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Auf den Spuren der Wölfe

Am 12. September unternahmen wir, die BG241, eine geführte Wanderung in der Nähe von Luckenwalde, welche an der Kreuzung bei der B101 startete. Begleitet von unseren Klassenleiterinnen, Frau Rohte und Frau Herzog, wurden wir herzlich von unserem Guide Heidemann Grüder begrüßt. Nach einer kurzen Vorstellung erklärte er, was uns bei der Tour erwarten würde. Vorerst gab er spannende Einblicke in die Vergangenheit des ehemaligen Truppenübungsplatzes in Jüterbog. Der Truppenübungsplatz wurde schon ab 1932 von der Roten Armee für militärische Zwecke genutzt, nach der militärischen Nutzung wurde das Gelände als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Zudem gab er uns einige Einblicke über die Herkunft der Wölfe in Brandenburg und wie man ihre Spuren erkennen und unterscheiden kann. 

Nach der etwa 20 minütigen Einführung machten wir uns auf den Weg und starteten unsere Wanderung. Zuerst gingen wir einen langen Weg geradeaus hinein in das Gebiet, bis wir schließlich nach rechts abbogen und unseren ersten Halt machten. Dieser war etwa einen Kilometer nach dem Startpunkt. Herr Grüder erzählte erneut vom Truppenübungsplatz und stellte uns folgende Frage: “Was versteht ihr unter dem Begriff ´Wildnis´?” Er wollte wissen, ob wir schon einmal auf Safari waren oder andere Erfahrungen mit unberührter Natur oder wildlebenden Tieren 
gesammelt haben. 

Dabei   machte  er   deutlich,   dass   besonders  Tiere  in 
Tierparks   nicht   ihren  natürlichen   Lebensraum  haben. 
Zudem wies er darauf  hin, dass  es  in  Brandenburg  nur 
sehr wenige  Flächen  gibt, die  nicht  vom  Menschen ge-
nutzt werden, da sie verändert oder bewirtschaftet werden. 
Er  illustrierte  anhand  von  Luftaufnahmen, dass sich der 
ehemalige Truppenübungsplatz  im  Laufe  der Zeit, durch
 nicht Bewirtschaftung stark verändert hat.  Er  zeigte zwei
 Bilder, wobei eines der Bilder 25 Jahre alt war. 
Die  Bilder   machten  deutlich,  wie  sich  die  Natur  nach 
der militärischen Nutzung langsam wieder neu entwickelt. Er wies darauf hin, dass das Ziel der Naturschützer im Gebiet, es ist, dass der ehemalige Truppenübungsplatz nicht mehr landwirtschaftlich oder militärisch bewirtschaftet wird. Der Truppenübungsplatz soll nämlich als sekundäre Wildnis neu entstehen. Unter sekundärer Wildnis versteht man ein Ökosystem, das sich nach Zerstörungen, zum Beispiel durch militärische Nutzung, auf natürliche Weise wieder entwickelt. 

Herr Grüder machte uns auch deutlich, dass Moose den Boden vor Sandwurf schützen und dass die Nutzung der Wege, zum Beispiel durch Fußgänger oder illegale Quad-Fahrer, die natürliche Entwicklung der Natur und Pflanzen auf Fußwegen erschwert. Das Gebiet ist zwar als Naturschutzgebiet ausgewiesen, aber darf trotzdem öffentlich genutzt werden wie zum Spazieren gehen oder Rad fahren. Seit 35 Jahren breitet sich hier auf dem Truppenübungsplatz eine robuste Natur aus. Herr Grüder hob hervor, dass Kiefern mit einer gelben Färbung oft auf einen Nährstoffmangel deuten, denn der Boden ist sehr mineralstoffarm. Das ist auch auf den dort Vorhandenen Kiesboden zurückzuführen, erklärt Herr Grüder. Die Wurzeln junger Bäume reichen nicht tief genug, um an Grundwasser zu gelangen. Ein weiteres Problem ist das Wasserangebot: Im Frühjahr und Sommer gibt es zu wenig Wasser für das Wachstum der Pflanzen, im Winter, wenn sie in der Ruhe Phase sind, zu viel. 

Besonders spannend fanden wir die Informationen über Wölfe: Ihre Schrittweite beträgt etwa 70 cm, wobei die Spur immer sehr gradlinig verläuft. Durch dieses fast durchgehend grade Gangbild sparen sie eine Menge Energie und haben somit mehr und längere Ausdauer. Sie markieren ihre Territorien mit Kot oder Urin, was ihnen die Beutejagd deutlich erleichtert. In Brandenburg leben ungefähr 700 bis 1.000 Wölfe, und beim Truppenübungsplatz gibt es schätzungsweise ein bis zwei Rudel. Herr Grüder meinte zudem, dass Wölfe eher ruhige Tiere sind, die Kämpfe vermeiden, um Verletzungen zu verhindern. 
Auch die Wildkatze wird langsam wieder in den Wäldern Brandenburgs nachgewiesen. 

                                                                Bei unserer Pause auf dem Wurzelberg hatten wir einen schönen                                                                  Blick auf die Wanderdüne, die sich jedes Jahr um ca. 3 cm ver-                                                                      schiebt. Wir rasteten neben einem alten Bunker. Besonders auf-                                                                    fällig war eine große Fläche mit einer aufgemalten Landkarte                                                                        neben den Sitzgelegenheiten. jedoch wussten wir nicht, was es                                                                     damit auf sich hatte. 
                                                          
                                                                Bevor es wieder auf den Heimweg ging,  sagte Herr Grüder, dass                                                                  die Stiftung, Naturlandschaften Brandenburg, nach dem soge-                                                                     nannten Flora-Fauna-Habitat-System arbeitet, abgekürzt auch ffh.                                                             
Dieses beschreibt ein Gesetz, welches die biologische Vielfalt in Europa schützen soll. Ein Beispiel dafür sind die Heideflächen die wir von unserem Rastplatz aus sehen konnten, die genauso wie die Tiere, die dort leben, geschützt und gepflegt werden müssen. Das Ziel dieses Systems ist es, diese Lebensräume nicht nur zu bewahren, sondern sie auch aktiv zu verbessern. 

















Dann ging es los auf den Rückweg, wir sind an der großen Wanderdüne vorbeigegangen, die wir beim vorherigen Rasten nur aus der Ferne gesehen hatten. Rechts daneben waren die bereits erwähnten, violett leuchtenden Heideflächen. Danach sind wir auf dem langen, geraden Weg zurückgegangen, den wir zu Beginn gekommen waren und haben auf der rechten Seite einen größeren, alten Aussichtsturm sehen können. Herr Grüder erklärte, dass dieser Turm aufgrund von Einsturzgefahr nicht mehr betreten werden darf. Solche Türme dienten früher auch für militärische Zwecke. Zurück am Startpunkt angekommen, haben wir Abschied genommen. Da es von unserer Seite keine letzten fragen mehr gab, sind wir wieder zurück zur Schule gegangen. 

Zusammenfassend lässt sich sagen, die Wanderung hat uns viele spannende Einblicke gegeben, vor allem in die Arbeit der Wildnis Stiftung. Einige Aspekte, wie die Unterschiede bei Kiefern und das Leben der Wölfe, waren sehr abwechselnd und lehrreich. Diese Tour unter dem Motto „Erleben Wildnis“ hat unserer Klasse viel Spaß bereitet und wir können sie nur weiterempfehlen.  

Weitere Infos zur Wanderung findet ihr unter: www.erleben-wildnis.de.

Lina Rohland, Djana Vater, Haili Ziemann (BG 241)
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